Juli 14

Isy

isy Dalmatiner
Hündin, kastriert
geb. April 2008
Privatabgabe

 

Isys  Leben hätte eigentlich unproblematisch verlaufen können: Sie wurde „mit guten Papieren“ bei einer VDH-Züchterin geboren und an eine Familie mit Dalamtiner-Erfahrung verkauft. Dort lebte sie als Zweithund, durfte die Welpengruppe besuchen, ging mit in den Urlaub und wurde eigentlich rundum gut umsorgt. Im Alter von einem Jahr wurde sie kastriert und die Probleme begannen. Zunächst wurde es unmöglich, die beiden Hündinnen weiter zusammenzuhalten, später kam es immer wieder zu unkontrollierten, von ihren Eigentümern nicht vorhersehbaren Attacken gegen Familienmitglieder. Nachdem sie erneut in kurzer Zeit mehrfach gebissen hatte, gab die Eigentümerin die Hündin im Tierheim ab, weil sie keine andere Möglichkeit mehr sah.

Isy kennt das Leben im Haus, ist stubenrein und konnte auch ohne Probleme einige Stunden zu Hause bleiben. Isy kennt die Grundbefehle und konnte ohne Leine laufen, da sie zuverlässig abgerufen werden konnte. Da Isy auf einem Ohr taub ist (Taubheit ist ein häufiges Problem bei Dalmatinern) wurde sie weitgehend über Handzeichen ausgebildet. Fremden gegenüber wurde Isy von ihrer Vorbesitzerin als freundlicher, aber sehr stürmischer Hund beschrieben.

Isy gibt uns Rätsel auf, da man sie im Tierheim für eine eher unproblematische Hündin halten würde, es gab niemals Hinweise auf untypsiches Aggressionsverhalten. Isys fällt es allerdings deutlich schwerer als den meisten anderen Hunden, zu den Tierpflegern eine Beziehung aufzubauen, sie wirkt häufig, als lebe sie in ihrer eigenen Welt. Nachdem es deshalb auch anfangs den Verdacht gab, daß sie neurologische Probleme haben könnte, wurde sie mittlerweile systematisch durchgecheckt und ist – soweit man alles untersuchen kann – organisch kerngesund.

Wir haben Isy einem sehr erfahrenen Sachverständigen für das Hundewesen vorgestellt, der sie in verschiedenen Situationen testete. Er bestätigte unsere Einschätzung, daß Isy Züge aufweist, wie man sie auch von Autisten kennt: Normale Kommunikation und Interaktion mit Menschen (und anderen Hunden) fällt ihr anfangs häufig schwer. Die von den Voreigentümer berichteten aggressiven Übergriffe bewertete er als irritative Aggression. So mag Isy z. B. nicht intensiv geknuddelt oder fixiert werden. Gerät sie in eine Situation, die sie nicht managen kann, versucht sie sich mit aggressivem Verhalten zu „retten'“. Seine Empfehlungen: Isy sollte in ein ruhiges Umfeld kommen, wo sie einen sehr kontrollierten Tagesablauf erfährt und auch Entspannungsphase bekommen kann, in denen sie sich zurückziehen kann. Kontaktaufnahmen von Isy zu Menschen sollten stets belohnt werden, ihr die Nähe des Menschen aufzuzwingen, wäre jedoch kontraproduktiv.

Unsere Ausführer schildern Isy beim Gassi-Gehen als sehr aufmerksamen Hund, die ihre Ausführer immer im Auge behält und auch sucht, wenn sie sich „vestecken“. Sie nimmt Kontakt zu anderen Menschen und auch Hunden auf, möchte aber nicht bedrängt oder „gestört“ werden, z.B., wenn sie gerade eine wichtige Stelle „beschnüffelt“. In diesem Fall kann sie dann heftig reagieren. Eine weitere Ausfüherin schildert, daß es bei Isy viele Monate gedauert habe, bis sie „zueinander gefunden“ hätten. Danach sei Isy wie ausgetauscht gewesen, heute nimmt sie Blickkontakt auf und lässt sich auch knuddeln, nur eng fixiert werden möchte sie nicht.

Für Isy suchen wir hundeerfahrene neue Eigentümer, die bereit sind, sich auf ihre besondere Art einzulassen und ihr auch ausreichende körperliche Auslastung gewähren können. Dalmatiner sind ausdauernde Läufer und damit keine Rasse für bequeme Menschen, die ihre Freizeit auf dem Sofa verbringen möchten!
Kinder sollen auf keinen Fall in Isys neuem Rudel leben.

Bitte beachten Sie: Die Tierbeschreibungen basieren auf Beobachtungen im Tierheim oder auf Informationen Dritter und stellen keine zugesicherten Eigenschaften dar. Das Verhalten in familiärer Unterbringung kann deshalb von den Beschreibungen abweichen.

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