Oktober 13

Kastration

Die Kastration
Die Kastration der Katze zählt heute zu den Routineeingriffen in der Tierarztpraxis. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Bei dem Eingriff entfernt der Tierarzt bei der Katze die Eierstöcke und beim Kater die Hoden und Nebenhoden. Bei der Katze findet der Sexualzyklus nicht mehr statt und somit bleibt die Rolligkeit aus. Die Kastration ist die sicherste Methode um eine Fortpflanzung zu vermeiden.

Die Sterilisation
Die Sterilisation wird oft mit der Kastration der weiblichen Katze verwechselt. Im Unterschied zur Kastration werden bei der Sterilisation aber nicht die Eierstöcke entfernt, sondern es erfolgt lediglich ein Abbinden der Eileiter/ Samenleiter. Mit der Sterilisation können die Trächtigkeit und unerwünschter Nachwuchs sicher vermieden werden. Der Nachteil ist leider, das der Zyklus der Katze weiterhin besteht. Die Katze wird auch nach der Operation immer wieder rollig. Die Tatsache der weiterhin bestehenden Rolligkeit „ohne Aussicht auf Erfolg“ stellt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Belastung für die Katze dar. Bei der Kastration werden der Katze die hormonbildenden Organe entfernt, somit kann sie nicht mehr rollig werden. Ein weiterer Nachteil bei der Sterilisation ist die eventuelle tumoröse Veränderung der Eierstöcke.
In den meisten Tierarztpraxen wird eine Sterilisation der Kätzin kaum noch durchgeführt, da sie im Unterschied zur Kastration kein Vorteile darstellt.

Sexualverhalten der Katze
Katzen kommen noch vor den Katern in die „Pubertät“. Die Geschlechtsreife beginnt mit 5-9 Monaten. Zu den frühreifen Katzen zählen z. B. die Heilige Birma,  oder auch die Siamkatze, sie werden schon mit 4-6 Monaten geschlechtsreif. Langhaarkatzen wie z. B. Perserkatzen sind erst mit einem Jahr geschlechtsreif und bereit für die Fortpflanzung.

Sexualverhalten des Katers
Schon mit 8-10 Monaten werden Kater geschlechtsreif und sind zur Fortpflanzung fähig. Freilebende Kater werden grundsätzlich früh geschlechtsreif. Sobald ein Kater geschlechtsreif ist, macht er sich auf die Suche nach einer paarungsbereiten Kätzin. Die Suche kann eine lange Zeit in Anspruch nehmen und bedeutet für den Kater Stress und ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, weil er weite Strecken zurücklegt und sich durch viele Reviere anderer Kater durchkämpfen muss. Hat er die passende Kätzin gefunden, so geht dem Deckakt ein tagelanger „Flirt“ voraus. Die Katze duldet den Kater nämlich erst in der Hochphase des Zyklus.

Warum kastrieren?
Noch immer gibt es Katzenbesitzer, die Bedanken bei einer Kastration haben. Doch um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden, stellt die Kastration die schonendste Methode dar. Außerdem ist sie ein wesentlicher Gesundheitsvorteil.

Kommunikation und Verhalten
Wenn eine Katze fortpflanzungswillig ist, nennt man das „Rolligkeit“. Die Bezeichnung „Rolligkeit“ existiert nicht ohne Grund. Rollige Katzen werfen sich auf den Boden und rollen bzw. wälzen sich von einer Seite auf die andere. Häufig schärfen sie  sich dabei ihre Krallen an rauen Oberflächen oder an Gegenständen. Sie reiben auch ständig ihren Kopf an Gegenständen in ihrem Revier. In den meisten Fällen ist die rollige Katze sehr unruhig. Die Tiere fressen weniger und schreien viel. Außerdem markieren die Tiere mit Urin häufig ihr Revier. Das ist besonders bei Katzen die ausschließlich in der Wohnung leben sehr unangenehm. Erst wenn ein paarungswilliger Kater in Sicht ist, ist die Katze zufrieden. Sie präsentiert sich und hebt dabei den Schwanz an. Der Deckakt findet zunächst noch nicht statt, der Kater wird attackiert oder die Katze flüchtet. Erst wenn der Zyklus in der Hochphase ist, duldet die Katze den Kater.

Wann sollte eine Kastration durchgeführt werden?
Wird der Eintritt der Geschlechtsreife abgewartet, so kann eine Kastration bei der Katze ab einem Alter von 6-10 Monaten erfolgen. Sehr häufig fragen Katzenbesitzer spätestens nach der ersten Rolligkeit in ihrer Tierarztpraxis nach. Der Tierarzt wird Sie dann über den richtigen Zeitpunkt der Kastration aufklären.  Da die Kater etwas später geschlechtsreif werden, findet die Kastration in den meisten Fällen mit 8-10 Monaten statt, wenn sie mit dem Urinmarkieren beginnen. Auch hier empfehlen wir Ihnen, sich über den richtigen Zeitpunkt der Kastration bei Ihrem Tierarzt zu informieren.

Folgende Dinge sollten vor der Operation bedacht werden:
Gewöhnen Sie Ihre Katze frühzeitig an eine Katzentransportbox. Integrieren Sie diese Gewöhnung am besten mit in das tägliche Spielen und geben Sie ihrer Katze in der Box ein besonderes Leckerli. So lernt die Katze schnell, das die Box keine Gefahr für sie ist.
Wichtig!! Ihre Katze muss für die Operation nüchtern sein. Sie sollte 8-12 Stunden vor dem Termin beim Tierarzt kein Futter bekommen. Trinkwasser muss Ihr bis kurz vor der Operation zur freien Verfügung stehen.

Was ist nach der Kastration zu beachten?
Wenn Sie zu Hause angekommen sind, bringen Sie Ihre Katze am besten an einen ruhigen und sicheren Ort in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung. Tiere, die aus der Narkose erwachen sind oft sehr geräuschempfindlich und noch nicht ganz bei Sinn.

Heute bekommen Sie Ihr Tier aber vollständig erwacht aus der Tierarztpraxis wieder mit nach Hause. Freigänger sollten die ersten Tage nach der Kastration lieber im Haus gehalten werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Bei dem kastrierten Weibchen ist daran zu denken, das die Fäden der Hautwunde nach 10 Tagen vom Tierarzt gezogen werden müssen. Wenn Ihnen irgendetwas seltsam vorkommt, rufen Sie Ihren Tierarzt an. In den meisten Fällen verläuft die Kastration jedoch ohne Probleme.

Die Kastration als Gesundheitsfaktor!
Kastriert Katzen können im Vergleich zu unkastrierten Katzen doppelt so alt werden.
Durch Stress und bestehende Gefahren wird das Immunsystem von nicht kastrierten Katzen wesentlich stärker beansprucht, als bei kastrierten Katzen. Sie streifen nicht mehr soviel in der Natur umher und Ihr Revier verkleinert sich erheblich, sie suchen eher die Nähe zum Haus. Kastrierte Kater verlieren oft die Lust an Revierkämpfen um ein Weibchen teilzunehmen, somit sinkt das Verletzungs- und Infektionsrisiko erheblich. Auto- und Jagdunfälle sind in den meisten fällen weniger zu befürchten, da die Tiere sich nicht mehr so weit vom Haus entfernen und die riskanten Streifzüge ausbleiben. Die Lebenserwartung der kastrierten Tiere steigt deutlich an. Durch die Entscheidung für eine Kastration tragen Sie vorbildlich Sorge für ein längeres und sicheres Leben Ihres Tieres!

Geschlechtsreife Katzen hinterlassen Spuren!
Dies Gilt besonders für Kater, aber auch Katzen hinterlassen Spuren. Es wird jede Gelegenheit genutzt, um das eigene Revier mit Urin zu markieren. Dabei wird der Schwanz angehoben und Gegenstände bespritzt. Freigänger wählen zum markieren Sträucher oder Bäume aus. Wohnungskatzen markieren gegen Schränke, Wände o.  Ä. Der Geruch des abgesetzten Urins ist sehr unangenehm. Kastrierte Katzen müssen nicht mehr aus Gründen des Sexualverhaltens auf diese Weise ihr Revier kennzeichnen.

Kastrierte Katzen und Kater leben Stressfreier!
Kastrierte Kater können auf die Partnersuche und das folgende „Werben“ um ein Weibchen verzichten. Nicht kastrierte Katzen, die nicht Trächtig werden, werden schon nach kurzer Zeit wieder rollig. Der damit verbundene Stress ist für die Katze und den Besitzer eine große Belastung. Unkastrierte Katzen die ausschließlich nur in der Wohnung leben, sind wegen der Gefahr einer unerwünschten Trächtigkeit zur Einzelhaltung verdammt. Die Kastration ermöglicht der Katze ein schönes zusammenleben mit Artgenossen. Die kastrierten Katzen leben im allgemeinen einfach „sorgenfreier“.

Kastration und Tierschutz
Kastration bedeutet aktiver Tierschutz!
Auf der ganzen Welt leben zahlreiche herrenlose Katzen, um die sich niemand kümmert. Sie müssen sich Tag für Tag ihre Nahrung mühsam verdienen. Oft sind die Tiere krank, unterernährt und haben nur eine kurze Lebenserwartung. Wenn die Katzen nicht von allein sterben, so werden sie als Streuner erschossen oder sie werden Opfer im Straßenverkehr. Trotz der schlechten Lebensverhältnissen vermehren sich die Katzen sich ständig weiter. Bedenkt man, das ein Katzenpaar in fünf Jahren ca. 13.000 Nachkommen zeugen kann, die Kastration ist ein wirksames Mittel zur Vermeidung von weiterem Katzenleid. Durch die Kastration Ihrer Katze helfen Sie das Vermehrungsproblem in Grenzen zu halten. Sie betreiben so aktiven Tierschutz!

Quelle: www.tierheim-flensburg.de