HUNDEHALTUNG HARTMANNSDORF

Sehr geehrte Besucher unserer Seite. Hier finden Sie Informationen zu einem Tierschutzfall, der durch die Medien ging. In Hartmannsdorf bei Kirchberg hielt ein Hundevermehrer 40 Hunde unter kaum vorstellbaren Bedingungen.

Zeitlich sind unsere Beiträge so sortiert, daß Sie die aktuelleren Beiträge weiter oben finden, damit regelmäßige Besucher unserer Seite die aktuellen Informationen schneller finden. Sollten Sie sich von Anfang an informieren wollen, müssen Sie die Beiträge "von unten nach oben" durchlesen.

 

Juli 2010
Endlich frei?

Am 27.07.2010 erhielten wir (erneut) die Freigabe für Varina, Hope und Freya zur Vermittlung. Freyas hieß übrigens bislang Aischa und erhält nun auch ihren Namen zurück. Hoffen wir, daß das juristische Tauziehen nun endlich ein Ende hat und die drei Hunde nun ein Zuhause finden, in dem sie nie wieder qualvoller Enge und Vernachlässigung ausgesetzt sind.

 

Juni 2010
Keine Freiheit für Hope, Varina & Freya

Wenn es nicht leidensfähige Lebewesen betreffen würde, könnte man wohl einfach resigniert mit dem Kopf schütteln, so absurd scheinen manche Vorgänge abzulaufen.

Nachdem das Veterinäramt zum 16.06.2010 endlich die Freigabe zur Vermittlung für Varina und Hope erteilte, wurde diese bereits zwei Tage später rückgängig gemacht - und auch die Freigabe für Freya wurde zurückgenommen.
Der Grund: Herr U., der ca. 35 andere Hunde abgab, teils auch an das Tierheim in Crimmitschau, legte einmal mehr Widerspruch gegen die Beschlagnahmung der beiden schwerstkranken Hunde ein. Bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts bleibt nun also das Schicksal der Hunde weiterhin unklar.

 

Juni 2010:
Ein Ende des Leids scheint in Sicht.

Es gibt endlich gute Nachrichten aus Hartmannsdorf: Am 08.06.2010 wurden unsere Mitarbeiter erneut vom Veterinäramt nach Hartmannsdorf bestellt, um eines der letzten Tiere, eine Husky-Hündin abzuholen.
Offenbar befinden sich jetzt nur noch ein Staffordshire-Terrier und drei Huskies (ein Rüde, zwei jungen Hündinnen) auf dem Grundstück. Die Zwinger waren sauber.
Wir freuen uns, daß das Veterinäramt nunmehr die unwürdigen Zustände dort beenden konnte und hoffen, daß die Hundehaltung dort weiter unter Beobachtung bleibt.
Letztlich bleibt dennoch die Unklarheit über den Verbleib der vielen Hunde, von denen nur von einigen bekannt ist, daß sie in anderen Tierheimen Obhut fanden.
Es bleibt ferner die traurige Einsicht, daß die Skrupellosigkeit und Gerissenheit des Herrn U. in Kombination mit langsam arbeitenden Behörden und Gerichten die Zustände dort erst derart eskalieren lassen mußten, daß soviele Tiere derart leiden mußten. Es entzieht sich unserer Kenntnis, warum zuletzt eine dem äußeren Anschein nach gesunde Hündin mit dem Hinweis, sie sei nicht artgerecht gehalten, beschlagnahmt werden konnte, während Monate zuvor eine große Anzahl schwer kranker Hunde vor Ort blieben.
Sämtliche Tiere, die unser Tierheim im Vielauer Wald sowie die Tierheime in Langenberg und Crimmitschau aufnahmen, waren nachweislich krank, die Unterlagen liegen dem Veterinäramt vor. Trotzdem wurde im Januar 2010 trotz unseres Drängens keine tierärztlichen Untersuchungen des Bestandes durchgeführt.

Während die nun jüngst beschlagnahmte Husky-Hündin "Freya" sofort zur Vermittlung freigegeben wurde, ist das Schicksal von Varina und der jungen Hündin "Hope" weiter unklar.

 

links: Hope, mittlerweile halbwüchsig, Mitte: Varina, rechts: Freya

Mai 2010:
Gericht bestätigt Zucht- und Handelsverbot

Am 06.05.2010 hat das Verwaltungsgericht Chemnitz eine Klage des Hundevermehrers aus Hartmannsdorf, Herrn U., zurückgewiesen. Das bedeutet: Der Bescheid von 2007, in dem Hr. Unger das gewerbliche Züchten und Handeln mit Hunden untersagt wurde, ist rechtens.
 
Der Verhandlung gingen ausführliche Erklärungen der Richterin über die Verzögerungstaktiken des Hr. Unger voraus. Letztlich wurde in Abwesenheit des Hr. Unger verhandelt, weil die Richterin seine letzten Versuche der Prozessterminverschiebung abgewiesen hat.
 
Weiterhin wurde in der Verhandlung auch über die neuen Bescheide gesprochen, in denen es um die artgerechte Haltung der Hunde geht, der aktuellste umfasst nun, daß Hr. U. bis zum 30. Mai alle Kleinhunde abzugeben hat (somit also nur noch eine Haltungsgenehmigung für die sechs Huskies hat).
 
Der aktueller Stand auf dem Gelände umfasst laut Aussage des Amtsveterinärs derzeit:
- 10 Kleinhunde
- 4 Kleinhundewelpen
- 1 Stafford
- 5 Huskies
Summe also 20.
 
Es stellt sich nunmehr die unschöne Frage: Wenn Ende März der Bestand laut Presseverlautbarung des Landkreises bereits nur noch 20 Hunde betrug und nach unserer Kenntnis das Tierheim Crimmitschau Anfang April 12 Hunde übernommen hat (übrigens trotz der Kontrollen des Landratsamtes in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand): Wie können dann immer noch 20 Hunde dort sein? Hat das das Landratsamt hier falsche Angaben gemacht oder zeigt sich einmal mehr, daß Herr U. die Behörden zum Narren hält, weil er an allen möglichen Stellen Hunde untergebracht hat?
 
Der Tierschutzverein Zwickau wird die Angelegenheit weiter verfolgen.

 

 

März 2010:
Hoffnung für Varina

Von der alten Hündin, die im Januar in Hartmannsdorf beschlagnahmt wurde, gibt es Neuigkeiten, die uns hoffen lassen, daß sie bald ein besseres Leben führen darf: Sie ist eine reinrassige Samojeden-Hündin, was im Januar kaum zu sehen war, als sie mit dreckigem Fell und dem großen Tumor im Nacken in ihrem engen Verschlag saß. Die Züchterin, die "Varina" vor 10 Jahren verkaufte, hat sich gemeldet. Sie teilte uns mit, daß Varina sich noch in ihrem Eigentum befinde, da Herr U. damals den Kaufpreis nicht erstattete. Ein Rechtsanwalt hat die Sache nun übernommen.

Links: Am Tag der Beschlagnahmung, dreckig und mit Tumor im Nacken.
Rechts: Im Tierheim, 7 Wochen später.

Jan - März 2010
Noch keine Lösung in Sicht

Die Bilder der katastrophalen Hundehaltung in Hartmannsdorf bei Kirchberg gingen Anfang Februar durch die Presse und das Fernsehen. Bei einer Kontrolle Ende Januar 2010 lebten ca. 40 Hunde in dunklen Verschlägen, kleinen Käfigen, WC-Containern und Gehegen. Überall lag Kot, die Tiere waren verwahrlost, als Nahrung stand ihnen nur rohes Fleisch zur Verfügung. Mit Verweis darauf, daß die Tiere insgesamt gut genährt seien, beschlagnahmte der Amtsveterinär lediglich zwei Hunde: Eine alte Samojeden-Hündin mit pflaumengroßem, blutenden Tumor im Nacken sowie einen Husky-Welpen mit Fieber, Ohren- und Augenentzündung.

Die Zustände sind den Ämtern seit Jahren bekannt.

Nach unserer Kenntnis hat sich bislang auf dem Hof nicht viel getan. Angeblich soll Herr U. seinen Hundebestand reduzieren, das Veterinäramt prüft jedoch nicht, wohin er die Hunde verbringt. Trotz des katastrophalen Gesundheitszustandes der beiden beschlagnahmten Hunde (bislang sind ca. 2.000,- Euro Tierarztkosten angefallen!) sind bislang offenbar keine weiteren Untersuchungen der Hunde vor Ort angeordnet worden.

Das Tierschutzgesetz bietet ausreichende Möglichkeiten, eine solche Tierhaltung zu unterbinden! Warum das Veterinäramt bislang nur eine Reduzierung des Bestandes auf 16 Hunde angeordnet hat, bleibt zu prüfen.

Der gegenwärtige Stand der Dinge auf dem Gelände in Hartmannsdorf ist unklar. Das Angebot des Tierschutzvereins, ALLE HUNDE soweit sie nicht artgerecht gehalten werden unter der Maßgabe aufzunehmen, daß dem Verein halbjährlich eine Kontrolle der Zustände auf dem Gelände gestattet wird, wurde abgelehnt!

Angeblich soll Herr U. mittlerweile nur noch ca. 20 Hunde dort halten, nach Aussage des Veterinäramtes kann Herr U. jedoch nach wie vor auch für die verbliebenen Tiere keine ordnungsgemäße Hundehaltung im Sinne der Hundeverordnung vorweisen.

Der Tierschutzverein hat dem Veterinäramt erneut ausdrücklich seine Hilfe angeboten. Auch der Deutsche Tierschutzbund wird uns dabei zur Seite stehen. Das Veterinäramt teilt mit, daß in der Sache auch weiterhin alles im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen Mögliche für die Hunde getan werde.
Wir hoffen, daß der Amtsleiter diese Aussagen auch realisiert und nicht wie die Vorgänger versucht, die Angelgenheit zu Lasten der Tiere "auszusitzen".