April 27

Julie

Malinois
Hündin
geb. Aug. 2017
behördlich eingestuft nach SächsGefHundGes

Julie ist ein reinrassiger Malinois aus einer Leistungslinie – und das wurde ihr zum Verhängnis. Sie wurde im Alter von 7 1/2 Wochen viel zu früh von der Mutter getrennt und an Privatpersonen verkauft, die sich zwar redlich bemühten, aber letztlich an ihrem unstillbaren Arbeitswillen gescheitert sind. Aus Unterforderung wurde Frustration, aus Frustration Aggression. Nachdem sie mehrfach gebissen hatte, wurde sie weitergegeben, weil sich ihre Eigentümer einfach nicht mehr in der Lage sahen, sie sicher zu führen und ausreichend auszulasten. Aber auch im nächsten Zuhause kam es zum Beißvorfall, in dessen Ergebnis Julie als „gefährlich im Einzelfall“ nach dem Sächsischen Gefahrhundegesetz eingestuft wurde. Sie wurde amtlich beschlagnahmt und lebt nun im Tierheim.

Julie muß, sobald sie außerhalb des Zwingers bzw. eingefriedeten Grundstücks geführt wird, zwingend einen Maulkorb tragen – deshalb auch die Bilder mit Maulkorb, die ohne Maulkorb entstanden auf der Auslaufwiese im Tierheim.

Belgische Schäferhunde, insbesondere auf „Leistung“ gezüchtete Malinois gehören im Grunde genommen nicht in die Hand von Privatpersonen, es sei denn, daß diese sehr viel Erfahrung haben und sie intensiv körperlich und geistig auslasten können. Klassischerweise findet die Rasse bei der Polizei geeignete Aufgaben. Die Hunde sind extrem arbeitswillig und wollen ihrem Hundeführer „gefallen“, haben aber wenig Frustrationspotential, wenn es darum geht, einfach als Sofa- und Begleithund zu leben. Julie wird von beiden Vorbesitzern als „super Hund“, „verschmust“ und „sehr gelehrig“ beschrieben, aber eben auch mit der Bemerkung, daß sie schlagartig „austicken“ kann.

Um einen Hund, der nach einer Landeshundeverordnung als gefährlich eingestuft wurde, halten zu dürfen, muß man je nach Bundesland unterschiedliche Anforderungen erfüllen. In Sachsen muß z.B. unter anderem ein Sachkundenachweis erbracht werden. Die Übernahme eines eingestuften Hundes ist also möglich, erfordert aber neben der rein persönlichen Eignung, einen Hund mit dieser Vorgeschichte halten zu können, auch die Erfüllung behördlicher Auflagen.

Ein Hund ausschließlich für Menschen, die Erfahrung in der Führung von (belgischen) Schäferhunden oder vergleichbarer Arbeitsrassen haben.